Schreinerei und Möbeldesign Ziegler

Zwei, die sich ergänzen

Barbara und Wolfgang Ziegler harmonieren seit Jahren privat wie beruflich. Zusammen bilden sie das zweigewerk – er als Schreinermeister, sie als Innenarchitektin mit eigenem Planungsbüro. Dabei bieten sie mehrmals im Jahr themenspezifische Kochevents an – wie etwa Kochen mit Gaggenau. An diesem Abend erhalten sie dabei Unterstützung von Profikoch Norbert Schmelz sowie dem Weinfachberater Roland Geigenberger.

von Elena Deeg

Schon beim Betreten des zweigewerks ist das Motto des Abends deutlich spürbar: „Ich will Meer!“ verspricht frischen Fisch mit passender Weinverkostung. Nachdem die Gäste des ausgebuchten Kochevents versammelt sind, folgt die Begrüßung durch die Gastgeber Barbara und Wolfgang Ziegler. Die Zubereitung des 5-Gang-Menüs erläutert der von Gaggenau eingesetzte Koch Norbert Schmelz persönlich, währenddessen wird ein Glas Prosecco vom Weinexperten Roland Geigenberger zum Amuse-Gueule gereicht: ofenfrische Pizza vom Gaggenau-Backstein, mit Büffelmozzarella und Lachs.

Marketinginstrument Kochevent

Für die Zieglers sind die freitagabendlichen Veranstaltungen inzwischen zur festen Institution geworden, gleich siebenmal finden sie in diesem Jahr statt. Zusammengefasst zum Kulinarischen Kalender, wechseln sich die Themen dabei von Mal zu Mal ab: Tapas-Party, Frischer Fisch, Sportlich asiatisch, Spargel trifft Erdbeere, Klassiker der italienischen Küche, Schokoladenwerkstatt oder ein Waldspaziergang mit Wildspezialitäten. Aus dem einstigen Geräteschaukochen entstand die Idee für die fortlaufende Serie. „Die Kochevents werden immer besser angenommen und sind inzwischen unser wichtigstes Marketinginstrument“, so Wolfgang Ziegler. Oft helfen sie bei einer Kaufentscheidung, etwa ob man sich in der neuen Küche einen Dampfbackofen einbauen lassen möchte. Das Ergebnis sowie die verschiedenen Funktionen und Anwendungsfelder der Geräte lassen sich sprichwörtlich am eigenen Leib erfahren. „Wir versuchen einfach, ein angenehmes Ambiente zu schaffen. Allein schon durch unsere themenbezogene Dekoration hat es eine hohe Wertigkeit“, erzählt Barbara Ziegler, die bei der Umsetzung ihrer liebevoll gestalteten Deko-Materialien auf die Unterstützung ihres Vaters setzt. Dabei finden orange leuchtende Korallen, bedruckte Bretter oder mühevoll gefaltete Papierboote harmonisch zusammen, die Stoffservietten auf den Platztellern sind von einem Seil umschlungen. „Über die Kochabende wird gesprochen, es gibt viele, die auf Empfehlung kommen. Der Kulinarische Kalender geht im November mit der Einladung zu unserem jährlichen Weihnachtsevent am zweiten Adventswochenende raus und wird oft schon sehnsüchtig erwartet. Nach anderthalb Tagen war der erste Abend bereits ausgebucht“, stellt Wolfgang Ziegler freudig fest.

Frischer Fisch in fünf Etappen

Durch den ersten Happen gestärkt, werden die Gäste von Norbert Schmelz für die weitere Zubereitung der einzelnen Speisen in Teams aufgeteilt. Die zwölf Teilnehmer verstreuen sich rund um die Kochinsel und waschen, schnippeln und bereiten die Zutaten voller Leidenschaft zur Weiterverarbeitung vor. Die „Jakobsmuscheln gebraten mit Silvaner-Meerrettichsüppchen“ werden zunächst mit Olivenöl, Rosmarin und Knoblauch mariniert; das Süppchen mit Schalotten, Gemüsefond und frischem Meerrettich angesetzt. Nun einfach leicht köcheln lassen – der Silvaner sorgt für die Säure, die Sahne mildert später ab. Solange können die Jakobsmuscheln schonend auf der Gaggenau Teppan-Yaki-Platte gebraten werden, bevor sie zur Suppe serviert werden, die dann mit frischer Kresse dekoriert wird. Und zum Trinken einen trockenen Randersacker Sonnenstuhl Silvaner, Jahrgang 2015.

Es folgen asiatische „Wan Tans mit Flusskrebsfarce“ aus dem Dampfbackofen von Gaggenau: In die Füllung kommen Schalotten, Chilischote, Koriander und das kleingeschnittene Krebsfleisch; Creme fraiche und Frischkäse runden ab. Die dazugehörige Noilly-Prat-Sauce setzt sich aus Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Babytomaten zusammen. Der kühle Weißwein arbeitet die leichte Schärfe fein heraus. Kurze Pause, durchatmen, bevor die Vorfreude auf den Hauptgang steigt: Serviert wird Lachs in der Salzkruste mit karamellisiertem grünem Spargel, Petersilienwurzelpüree und lauwarmem Spinatsalat. Dafür werden zwei herrliche Lachse gewaschen, von innen und außen mit Salz und Pfeffer gewürzt. Limettenscheiben, Schalotten, Knoblauch, Butter und Rosmarin in den Lachsbauch legen, mit Olivenöl einreiben und kurz ruhen lassen. Das Eiweiß aufschlagen und mit grobem Meersalz vermengen. Der Fisch wird auf dem Backblech in den Salzteig „gebettet“ und komplett umschlossen, bevor er für etwa 45 min in den Ofen kommt. Nach dem Herausnehmen einige Minuten abkühlen lassen; die Schicht ist inzwischen so fest geworden, dass die Salzkruste mit Hammer und Meißel geöffnet wird – ein großer Spaß für alle Beteiligten und für die Zuschauer gute Unterhaltung. Dazu ein kühler, trockener Chardonnay vom Schloss Sommerhausen. Den Abschluss bildet ein „Früchte-Crumble mit Walnuss-Streuseln“ begleitet von einer edelsüßen Spätlese Casteller Rieslaner, 2012er. Glücklich und zufrieden lautet das Motto nun: „Ich kann nicht mehr“.

Ein faires und ehrliches Angebot

Schreinermeister Wolfgang Ziegler führt den Betrieb in dritter Generation und lenkte die ehemalige Bauschreinerei in Richtung Möbelschreinerei. Die Ausstellung im Erdgeschoss eröffnete 2010, bereits fünf Jahre zuvor trat er der „kw Küchenwerkstatt“ bei, ein Angebot der Gedk für Schreinereien. Über sie wird zu guten Konditionen Handelsware bezogen. „So kommen wir auch an die ganz großen Hersteller ran, die man sonst als Schreiner nicht bekommen könnte.“ Für die Basis wird mit den Produzenten Eggersmann, Ewe und Ballerina zusammengearbeitet. Das Feintuning bzw. das, was die Küche dann besonders macht, erfolgt durch die Ausarbeitung der Schreinerei. Wichtig ist auch, dass die Küchen optisch gut mit den Geräteherstellern harmonieren. „Gaggenau passt gut zu Eggersmann oder Intuo, der puristischen Linie von Ewe. Ein großer Vorteil ist, dass wir ganzheitlicher planen als ein reines Küchenstudio. Ich sehe nicht nur die Küche, sondern die ganze Umgebung“, erläutert Wolfgang Ziegler seine Herangehensweise. „Wir lassen uns Zeit und hören erstmal zu. Kaum ein Termin geht unter drei Stunden zu Ende. Am Schluss erhält der Kunde dann auch wirklich das, was er sich vorstellt, was wir ihm auch funktionell verwirklichen können und was auch zum Geldbeutel passt. Wenn man erklärt, woraus genau sich die Kosten zusammensetzen, versteht er es auch gut. Man hat ja Spielraum, etwa bei der Wahl der Arbeitsplatte oder den Einbaugeräten. Ob es also ein Backofen für 2000 Euro oder für 6000 Euro wird, macht eben einen Unterschied. Das Gesamtbild bleibt ja trotzdem. An manchen Stellschrauben kann man jedoch drehen und genau diese müssen dem Kunden einfach aufgezeigt werden. Ich habe es mir als Schreiner angewöhnt, ein faires Angebot zu machen, das der Kunde auch nachvollziehen kann.“

Wertigkeit statt Masse

Für die Schreinerei war die Veränderung in Richtung Küche eine sinnvolle Entscheidung: Planung und Beratung sind nun zur Spezialisierung geworden, die Einbeziehung der Handelsware ist dabei eine wichtige Unterstützung und bietet eine Alternative zu fehlendem Fachpersonal. „Es wird immer schwieriger, einen guten Gesellen zu halten. Sie machen nach der Lehre weiter, studieren Innenarchitektur oder besuchen die Meisterschule. Es war der einzig richtige Weg, um auch in der Zukunft bestehen zu können“, so Barbara Ziegler.

Entweder Masse oder Wertigkeit, bei Zieglers ist die Wahl klar erkennbar. Die Küchen beginnen ab etwa 25000 Euro, nach oben gibt es kaum Grenzen. Meist ist es für die Kunden die zweite Einrichtung, rund um den Ruhestand oder wenn die Kinder eben alt genug sind. Die Küche ist zum wichtigsten Platz im Haus geworden – sie bildet das Zentrum.


Schreinerei und Möbeldesign Ziegler GmbH & Co. KG

Portfolio | Individuelle Möbel- und Küchenplanungen für Privatkunden, Praxen, Ladengeschäft, Gastronomie. Produktion in der hauseigenen Schreinerei bzw. Zukauf von Handelsware, Innenarchitektonische Gesamtkonzepte

Handelsware | Elektrogeräte, Küchenmöbel, Küchenaccessoires, Arbeitsplatten (Stein, Keramik, Glas), Türen, Fenster, Metallprodukte, Stühle

Mitarbeiter | 4 Schreinergesellen, 1 Auszubildender, 1 Schreinermeister (Teilzeit), 1 kaufmännische Angestellte (halbtags)

Ausstellungsgröße | 90 m²

Jahresumsatz | 800 000 Euro

Anteil Schreinerei | 30 Prozent

Anteil Handelsware | 70 Prozent

Handelspartner | Blum, Häfele, Ewe, Eggersmann, Ballerina, Gaggenau, Miele, AEG, Siemens, Liebherr, Berbel, Falmec, Gutmann, Bora, Franke, Quooker, Blanco, Schock, Lechner, Silestone

Einkaufsgemeinschaft | kw Küchenwerkstatt

www.zweigewerk.de


Barbara Ziegler

„Durch unser gemeinsames Tun hat sich auch die Schreinerei verändert.“


Wolfgang Ziegler

Ich bin kein Verkäufer, ich bin ein Überzeuger.“