Tischlerei Woodendesign

Mission feine Möbel

Individuelle Möbelstücke und gehobene Inneneinrichtung: Die Hamburger Möbeltischlerei Woodendesign bietet ihren Kunden beides. Sie stellt Maßanfertigungen her und gestaltet die komplette Einrichtung von Wohnungen. Um das breite Spektrum an Kundenwünschen besser und in hochwertiger Qualität umsetzen zu können, ging Inhaber Jan Korf vor fünf Jahren eine Handelspartnerschaft ein, die sich seitdem gut bewährt. Seit rund einem Jahr verfügt Woodendesign zudem über eine Ausstellung in einem Wohnhaus.

von Julia Blöser

Wohnhäuser säumen die Straße im Grünen. Ein Einfamilienhaus mit ortstypischer Klinkerfassade wird jedoch nicht bewohnt. Es beherbergt eine Ausstellungswohnung auf 70 m² im Erdgeschoss. Hier am Stadtrand von Hamburg liegt die Tischlerei Woodendesign.
Tischlermeister Jan Korf gründete die Möbeltischlerei 2004. Er blickt zurück: „Ich habe mich selbstständig gemacht mit der Idee, Möbel bauen zu wollen.“ Und genau das tut Korf: nach Kundenwunsch individuelle Möbel gestalten und produzieren. Woodendesign stellt aber nicht nur maßangefertigte Stücke her, sondern ist mittlerweile zu einer Tischlerei gewachsen, die von den Kunden auch als planender Inneneinrichter wahrgenommen wird. Korf und seine acht Mitarbeiter übernehmen die Planung und Kompletteinrichtung von Wohnungen und Häusern. Um das umfassend anbieten zu können, hat Korf sein Portfolio um Handelsware erweitert. Der Schwerpunkt liegt bewusst auf dem privaten Bereich – von Bad und Küche über Boden bis Ess- und Wohnzimmer. Aber auchGewerbeaufträge führt Woodendesign aus: Messemöbel, Laden- und Schiffsausbau. In der Ausstellung zeigt Korf die Einrichtung für eine Privatwohnung mit freundlicher, geschmackvoller Gestaltung. „Wir machen sehr viele Küchen und viele Bäder – jedes Jahr etwa 30 bis 40 individuelle Badezimmer – des Weiteren Wohnräume, Essräume, Einzelmöbel, Einbauschränke, Regalanlagen, Kinderzimmer“, sagt Korf.
Die Idee zu einer Ausstellung existierte schon länger: Korf hat im Verkauf ohne Ausstellung zwar gute Erfahrungen mit Handskizzen und Materialproben gemacht. „Aber damit einen kompletten Raumeindruck zu zeigen, ist natürlich sehr schwer“, stellt er fest. 2015 mietete der Tischlermeister den zweigeschossigen Klinkerneubau vor seiner Werkshalle und richtete im Erdgeschoss eine Musterwohnung ein. „Ich kann den Kunden damit einen konkreten Eindruck vermitteln“, so Korf. Die Vervollständigung der Ausstellung durch die Einrichtung des Obergeschosses mit Schlafzimmer, begehbarem Kleiderschrank und weiterem Badezimmer ist in Arbeit − wenn ausreichend Zeit zwischen den Aufträgen vorhanden ist.
Klein, aber fein
Denn innerhalb kurzer Zeit konstatiert Korf dank der Ausstellung: „Ich bemerke eine gute Nachfrage und positive Auswirkungen auf die Verkaufszahlen.“Die Öffnungszeiten sind termingebunden. Die Beratung findet hier nach Vereinbarung statt. Inhaber Jan Korf übernimmt außer der Beratung auch die Planung nach Auftragserteilung. Diese erfolgt häufig. „95 Prozent der Neukunden, die in die Ausstellung kommen und sich beraten lassen, kaufen auch“, verrät der Tischler. Das erste Gespräch zeigt oftmals: Die Kunden wünschen eine über Einzelmöbelanfertigung hinausgehende Beratung rund um das Thema Einrichtung. Meistens sollen ganze Räume oder Wohnungen eingerichtet werden. Häufig findet dabei eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Innenarchitekten statt. Oft holt Korf den Innenarchitekten ins Boot und beauftragt ihn mit der architektonischen Planung. Für den Kunden bleibt dabei der Tischler der alleinige Ansprechpartner und damit der Auftrag für den Kunden schlank. Bei anderen Aufträgen wiederum zieht der Innenarchitekt die Tischlerei hinzu. „Wir übernehmen dann die Möbelberatung, den Entwurf und die technische Ausführung.“
Kooperation spielt auch bei der Sortimentserweiterung eine Rolle. Um seinen Kunden mehr bieten zu können, setzt Woodendesign auf Handelsware: Elektrogeräte für die Küche, das Bettsystem zum Bett, Schiebetüren für Schrankanlagen und Korpusmöbel. Aber auch hochwertige Polstermöbel, Sanitäreinrichtung und Leuchten zählen dazu. Für Woodendesign ist es ein Zusatzgeschäft. Seit fünf Jahren ist die Tischlerei Partner von dem Einkaufsverband TopaTeam und bezieht einen Großteil der zusätzlichen Ware von Herstellern aus dem Netzwerk. „Ich las davon in einer Zeitschrift, fand das spannend und informierte mich dann direkt. Es kam schnell ein Mitarbeiter bei mir vor Ort vorbei“, so Korf. Diesem Informationsgespräch folgte der Austausch mit Tischlerkollegen, die bereits Handelspartner waren. Nach bedächtigem Abwägen ging Korf die Handelspartnerschaft 2011 ein. Er resümiert: „Ich kann heute sagen, das war eine gute Entscheidung. Durch die mit angebotene Handelsware können wir unsere Kunden viel umfangreicher bedienen.“ Die Bandbreite sei um ein Vielfaches größer und so könne auch besser – in stets guter Qualität – auf die Wünsche und das jeweilige Budget des Kunden eingegangen werden.
Passend und einfach
Der Tischlermeister kann seinen Kunden mehr Service bieten, ihm selbst wiederum wird Service durch die Handelspartnerschaft geboten. So bringt das Netzwerk mit Herstellern Zeitersparnis. „Wenn ich eine Wohnung komplett einrichte und der Kunde möchte auch die Leuchten von mir, übernehme ich das gerne. Durch die Zusammenarbeit mit dem Franchisepartner muss ich nicht für jede Bestellung lange den richtigen Hersteller suchen, den Preis herausfinden und ein neues Kundenkonto einrichten“, sagt Korf und führt weiter aus: „Klar kann ich auch bei anderen Herstellern einzeln kaufen, aber es ist natürlich schön, wenn der Vorgang einfach ist.“ Korf kann dem Kunden eine zu ihm und zusammenpassende Einrichtung verkaufen: z. B. ein komplettes Esszimmer mit Tisch, Stühlen, Teppich und Leuchten. Es profitieren mehrere Seiten. „Der Kunde muss sich um nichts kümmern und wir haben mehr Umsatz gemacht“, so der Tischlermeister. Durch Handelsware wird nicht nur das Angebotsspektrum erweitert, sondern es werden auch Spitzen in der Auftragslage ausgeglichen. So strukturiert die Planung von Korf auch ist, in Hochzeiten mit vielen Aufträgen in einem kurzen Zeitraum gerät die Auslastung der eigenen Produktion – obwohl gut ausgestattet für Betriebsalter und -größe – an ihre Grenzen. „Es wäre ohne das Netzwerk nicht gegangen in kurzer Zeit so große Aufträge abzuarbeiten“, meint Korf. Wie zum Beispiel im ersten Halbjahr 2016: Aufgrund der guten Auftragslage hat sich die Tischlerei personell vergrößert. Die Mitarbeiterzahl in der Werkstatt wurde aufgestockt und Woodendesign ist dieses Jahr auf acht Mitarbeiter unter Inhaber Korf gewachsen. „Wir platzen aus allen Nähten in der aktuellen Fertigung“, erzählt dieser. Deswegen ist der Bau einer neuen und größeren Werkshalle in diesem Sommer und Herbst geplant.
Die Kooperation mit einem Handels-partner bringt Tischler Korf weitere Vorteile. Beispielsweise wird der Internetauftritt betreut. Hier präsentiert sich die Tischlerei Woodendesign ansehnlich und übersichtlich mit ihrem Leistungsspektrum. Zudem sind auf der Homepage Kundenbewertungen veröffentlicht. Diese bringen, so Korf, einen Vertrauensvorschuss und wirken sich positiv auf potenzielle Neukunden aus. Über den Verband erscheint dreimal jährlich die Zeitschrift „WohnSinn“, die Korfs Kunden zugeschickt wird.
Insgesamt kommen 25 bis 30 Prozent der Neukunden über die Empfehlung zufriedener Bestandskunden zu der Hamburger Möbeltischlerei. Aber auch durch die Vernetzung mit anderen Unternehmern erhält Korf Kundenaufträge. Für Werbemaßnahmen ist bei dem Tischlermeister Online das Instrument der Wahl: Hier schaltet er Werbebanner. Zudem ist Woodendesign bei Facebook zu finden. 40 bis 50 Prozent werden übers Internet, wie z. B. über Google Adwords oder die Homepage, auf die Tischlerei aufmerksam.
Aber auch vor Ort auf regionalen Messen und lokalen Events ist die Tischlerei präsent. Zudem wird gelegentlich in die eigenen Räumlichkeiten der Tischlerei geladen: von Tischlerkursen in der Werkstatt bis zu kleinen Kochveranstaltungen und Verkostungen in der Ausstellung − in Zusammenarbeit mit einem Cateringunternehmen und einem Weinhändler.
Etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes 2015 erzielte die Möbeltischlerei durch das Zusatzgeschäft mit Handelsware. Korf sieht hier noch Steigerungspotenzial und möchte den Bereich weiter ausbauen: „Weil das relativ einfach ist. Da reicht unsere personelle Besetzung.“ Auch ausbauen möchte er seine Ausstellung, um das Gesamtspektrum für alle Wohnbereiche zeigen zu können.
Gute Aussichten
Weitere Zukunftspläne sind die Gestaltung und der Vertrieb eigener Möbelserien. „Es ist immer wieder schön, sich mit neuen Sachen auseinandezusetzen“, sagt der junge Tischlermeister. Sei es mit neuen Materialien, kniffligen Aufträgen, Möbeltrends oder unternehmerischen Strategien und Beratungskompetenzen, beispielsweise mit Roland Schraut und der Sales Academy zum Thema wirksame Verkaufsgespräche. Denn nicht nur eine herausragende Qualität und das design-orientierte Angebot sowie ein zuverlässiger Service dahinter, sondern auch Kundenpflege, gute Beratung und gekonnte Verkaufsgespräche bilden die Säulen der Kundenzufriedenheit und des Geschäftserfolgs von Woodendesign.